Wissenschaftlicher Hintergrund

Klimapolitik

Die Rio-Konferenz

Im Rahmen der Rio-Konferenz für Umwelt und Entwicklung hat die Weltgemeinschaft 1992 die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beschlossen. Darin verpflichten sich die Unterzeichner, einen so genannten „gefährlichen Eingriff in das Weltklima zu vermeiden“. Um das weitere Vorgehen zu konkretisieren, findet seit 1995 jährlich eine Vertragsstaatenkonferenz statt. Als erster Schritt wurde 1997 das Kioto-Protokoll beschlossen, das für die industrialisierten Länder eine Reduktion der Emissionen um etwa fünf Prozent von 1990 bis zum Jahr 2012 vorsieht.

Auf diesen Konferenzen haben sich in der Vergangenheit Koalitionen zwischen Ländern mit ähnlichen Interessen gebildet – in Keep Cool durch die Ländergruppierungen (Spieler) dargestellt. So verhalten sich die USA und ihre Partner im Gegensatz zur EU sehr zögerlich bei Verpflichtungen für den Klimaschutz. Die Staaten der ehemaligen Sowjetunion spielen eine Sonderrolle, da ihre Emissionen durch den politischen und wirtschaftlichen Umbruch seit Anfang der 90er Jahre unter denen des Jahres 1990 liegen. Eine starke Gruppe bildet die G77, eine Koalition von Entwicklungs-, Schwellen-, aber auch erdölproduzierenden Ländern, die noch keine Verpflichtung zur Emissionsreduktion eingegangen sind. Während die kleinen Inselstaaten im Pazifik die massive Reduktion von Emissionen fordern, wollen Länder wie China und Indien die heimische Kohle für die eigene wirtschaftliche Entwicklung nutzen. Wenig an Reduktionsverpflichtungen interessiert ist die OPEC, die Organisation erdölexportierender Länder. Aufgrund dieser sehr unterschiedlichen Interessen ist in Keep Cool die G77 in drei Ländergruppen aufgeteilt.

Auch gesellschaftliche Gruppen sind an der Klimapolitik beteiligt – entweder direkt auf den internationalen Klimakonferenzen oder indirekt durch politische Lobbyarbeit in den Ländern. Neben Umweltgruppen wie Greenpeace, WWF oder Germanwatch versuchen auch die Öl- und Kohleindustrie oder Entwicklungshilfeorganisationen auf die Klimapolitik Einfluss zu nehmen – in Keep Cool durch die Zielkarten thematisiert. Die Möglichkeit in Keep Cool, Fabriken in fremden Ländern zu finanzieren, hat eine Parallele im Kioto-Protokoll. Das so genannte „Clean Development“ erlaubt es, Emissionen in anderen Ländern zu begrenzen und dies auf die eigenen Verpflichtungen anzurechnen.