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Ursachen der Versteppung

Wüsten und Steppen dehnen sich seit geraumer Zeit weltweit aus. Dies war Grund genug, im Jahr 1994 die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung UNCCD (United Nations Convention to Combat Desertification) zu vereinbaren. Unter Wüstenbildung und Versteppung versteht man die Verschlechterung des Bodens in relativ trockenen Gebieten durch Trockenheit, Verwehung fruchtbarer Böden und Versalzung. Versteppung und Wüstenbildung sind meist die Folge der Übernutzung bereits kritischer Standorte. Durch die Abholzung von Wäldern verschlechtert sich das Mikroklima, und durch eine intensivierte Weidetierhaltung wird die Vegetationsdecke gefährdet und somit der Schutz der Böden gegen den Wind. Kommen durch den Klimawandel häufigere Dürrejahre hinzu, können sich die Pflanzen noch schlechter erholen. Die damit verbundenen Ernteausfälle führen unter Umständen zu einer noch stärkeren Übernutzung, wenn die auf die Landwirtschaft angewiesenen Bauern aus der Not ihre Bewirtschaftung ausdehnen. Außerdem können selbst gelegentlich stärkere Niederschläge zum Problem werden, wenn ungeschütztes Ackerland durch das Wasser fortgespült wird.

Was sind die Konsequenzen?

Versteppung senkt nicht nur landwirtschaftliche Erträge und bedroht damit das Einkommen und die Ernährung der Menschen in diesen Regionen. Nach der Versteppung folgt die Wüstenbildung, die ganze Landstriche unbewohnbar macht. Dies löst lokale und globale Migrationsströme aus und verhindert nahezu jede wirtschaftliche Aktivität. Steppen- und Wüstenbildung lässt sich selbst bei einem stabilisierten weltweiten Klima nicht einfach rückgängig machen, da es das Mikroklima und die Bodenbedingungen vor Ort stark erschweren, neue Äcker und Wälder anzulegen.

Versteppung des Amazonas

Besonders dramatisch ist das Bild, das mit tropischen Regenwäldern bedeckte Amazonasbecken könne versteppen. Dieses Risiko ergibt sich aus einem bislang ausbalanciertem Wechselspiel zwischen der Wasserverdunstung in den Regenwäldern, dem Wassergehalt der ozeanischen Winde und der Niederschlagsmenge im Amazonasbecken, die durch die Waldbedeckung stark begünstigt wird. Kommt es durch den Klimawandel zu geringeren Niederschlägen, wird der Regenwald reduziert, was wiederum geringere Niederschläge zur Folge hat. Im Extremfall kann dieser Teufelskreislauf das Amazonasbecken großflächig entwalden. Da die Vegetation außerdem große Mengen an Kohlenstoff speichert, würde dies zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes führen.

 

Links

www.unccd.int
Webpage der UNCCD

www.klett.de
Unterrichtsmaterialien des Klett Verlags zum Zusammenhang von Bodengefährdung, Landwirtschaft und Klimawandel

Kippelemente im Klimasystem der Erde
Diese Pressemitteilung gibt weitere Hinweise zum Problem der Versteppung des Amazonas.